Der
Begriff "Mediation" wird vom lateinischen Adjektiv "medius"
abgeleitet. Es bedeutet zwischen zwei Ansichten oder Parteien die Mitte
haltend, einen Mittelweg einschlagend, sich neutral, unparteiisch
verhaltend.
Die Idee
der Mediation ist wohl so alt wie die Menschheit. Im Prinzip geht es
darum,
dass eine von den Konfliktparteien als neutral akzeptierte Person
vermittelt
und die Streitparteien darin unterstützt, eine für
alle tragfähige Lösung zu
entwickeln.
Beispiele aus der Geschichte:
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Um ihre zwischenstadtstaatlichen
Konflikte beizulegen, stützten sich Athen und Sparta im
antiken Griechenland
auf die Vermittlungsdienste anderer Städte.
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Auch in der Bibel finden sich
Ratschläge zur informellen, außergerichtlichen
Konfliktbewältigung durch
Dritte. So rät etwa Jesus Christus im
Matthäus-Evangelium (18, 115 -17), einen
oder zwei Außenstehende beizuziehen, wenn ein
Regelverstoß nicht im direkten
Gespräch bereinigt werden kann.
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In afrikanischen Dörfern werden die
Streitereien zwischen Personen von jeher unter
"Palaver-Bäumen"
geregelt und nicht mit teuren Gerichtsprozessen. Nach einer alten
Tradition
diskutieren die Kontrahenten ihr Problem im Beisein eines alten Weisen,
der
ihnen hilft, ein Einvernehmen zu finden.
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Der Westfälische Friede wurde durch
die fünf Jahre dauernde, vermittelnde Tätigkeit des
Vertreters der Republik
Venedig, Alvise Contarini, ausgehandelt und beendete den
30-jährigen Krieg. Am
24.10.1648 wurde in Europa somit erstmals ein Konflikt nicht durch
militärische
Gewalt, sondern auf dem Verhandlungsweg beendet.
>> Auch
in östlichen Kulturen wie
China und Japan spielt die alternative Konfliktbehandlung seit jeher
eine große
Rolle. Sie wurde dort bereits vor 2000 Jahren angewendet und ist bis
heute ein
fester Bestandteil der Abwicklung von Konflikten im privaten und
öffentlichen
Bereich. In China werden tatsächlich jährlich sieben
bis acht Millionen
Konfliktfälle durch Mediatoren, hauptsächlich auf
kommunaler Ebene, vermittelt
und zu 90 % erfolgreich abgeschlossen. Obwohl in China fünfmal
mehr Menschen
leben als in den USA, beträgt die Zahl der
Rechtsanwälte verglichen mit den USA
nur 5 %. Einen Kompromiss zu erreichen, wird daher
gesellschaftspolitisch weit
höher bewertet, als sein persönliches Recht
durchzusetzen.